Welche Programmiersprache soll ich lernen?

Eine der häufigsten Fragen, die ich auf LinkedIn als PM bekomme, ist:
„Welche Programmiersprache soll ich lernen?“

Meine Antwort ist fast immer eine Rückfrage:
Was willst du entwickeln?
Denn dein Stack ergibt sich aus deinen Interessen.

Eine Programmiersprache mit Jobgarantie gibt es nicht.
Es gibt welche, die gerade „in“ sind, und manche, die weniger nachgefragt werden. Aber an Programmiersprachen, die gerade im Trend liegen, gibt es immer mehrere zur Auswahl.

Als Fachkraft kann dir auch passieren, dass du dich auf eine Sprache spezialisierst, die irgendwann Legacy wird.

Ich würde daher nicht empfehlen, zu fixiert auf eine Sprache zu sein, sondern dich flexibel auf die Anforderungen des Marktes einzustellen – und bereit zu sein, etwas Neues zu lernen, falls die Zeit deiner Programmiersprache abgelaufen ist.
Außer du willst genau das zu deinem Beruf machen und Legacy-Entwickler:in werden. Das ist tatsächlich auch eine Nische – aber eben eine Nische.

Auch, wenn das gefühlt in jedem dritten Beitrag von mir steht, kann ich es nicht oft genug wiederholen:
👉 Als IT-Fachkräfte müssen wir wach und lernbereit bleiben.

Das heißt natürlich nicht, dass du wie wild zehn Sprachen lernen sollst und am Ende keine wirklich beherrschst. Ein Wechsel zahlt sich nur aus, wenn es notwendig ist – oder wenn du dich verändern willst.

Wie war es bei mir?

Ich habe mir für meinen Quereinstieg vor vier Jahren PHP als erste Sprache ausgesucht.
Warum?
Weil ich davor WordPress-Seiten gebastelt habe. Da schien es mir sinnvoll, den Stack von WordPress zu lernen.

Interessanterweise wurde ich damit dann Softwareentwicklerin für ERP-Systeme und programmierte zwar mit genau dem Stack, den ich gelernt hatte (PHP, SQL, jQuery, Bootstrap, HTML) – machte aber etwas vollkommen anderes als WordPress-Entwicklung.

Ich dachte damals fälschlicherweise, dass ich Frontend bevorzugen würde.
Dabei war ich es nur einfach gewohnt und es fiel mir anfangs leichter.
Ich kam aber mit der Zeit drauf, dass Frontend zwar ok für mich ist, ich aber eigentlich Backend und Datenbanken bevorzuge.

Jetzt lerne ich Python mit FastAPI, weil ich mich in Richtung Microservices oder sogar DevOps Engineering weiterentwickeln will.
Ich baue gerade für mein Portfolio eine Applikation, die genau so eine Architektur hat. Ginge theoretisch auch mit PHP – aber in der Praxis tut das fast niemand.

Und genau das ist, was du dir anschauen, recherchieren und analysieren musst:
Welche Anwendungen faszinieren mich?
Und welcher Stack ist hier gängig?

Hier ein paar Beispiele für oft nachgefragte Sprachen:

  • Du liebst Microsoft? → C# / .NET
  • Dich faszinieren Microservices? → Python, Node.js, im Frontend React / Vue.js / TypeScript, plus wichtige JavaScript-Konzepte (Modules, Fetch-API, Promises …)
  • Klassische Softwareentwicklung? → meist Java oder C#

Du kannst im Internet recherchieren oder eine KI fragen – z. B. nach den gängigen Programmiersprachen oder nach dem Stack, den du für eine bestimmte Art von Anwendung brauchst.

Wenn du aber bereits in deiner Ausbildung oder in Projekten gemerkt hast, dass dir eine bestimmte Sprache besonders gut liegt, weil dir die Syntax oder das Denken dahinter gefällt, ist das ein hervorragender Grund, sie zu wählen.

Wenn du gut werden willst, ist es viel wichtiger, deine eigenen Interessen zu kennen und zu verfolgen, als eine Sprache zu lernen, nur weil sie oft in Ausschreibungen steht.
Du wirst dich langfristig nicht so reinhängen und als Fachkraft wachsen, wenn du für das, was du tust, nicht brennst.

Wer sich weiterentwickelt, verdient am Ende auch mehr – Begeisterung und gutes Einkommen schließen sich in der IT keineswegs aus.

Wenn du deine Interessen kennst und bereit bist zu lernen, findest du den Stack, der zu dir passt – heute und in Zukunft.


Autorin

Mag. Rubina Weinzettl